Text: BR-Fernsehen/Schwaben &Altbayern vom 10. 1. 2009
"Alles auf Anfang
Neue Gutachten zum Donauausbau
Seit über 30 Jahren währt der Streit um den letzten naturbelassenen Donau-Abschnitt zwischen Straubing und Vilshofen.
Die Strecke von fast 70 km soll für die Binnenschifffahrt ausgebaut werden. Doch wie umweltfreundlich das geschehen soll, ist derzeit immer noch unklar.
Bisher waren die Fronten eindeutig: Auf der einen Seite die Umweltschützer, die für einen sanften Ausbau ohne Staustufen plädieren, auf der anderen Seite die CSU-Staatsregierung, die mindestens eine Staustufe vorgesehen hatte, um aus dem frei fließenden Fluss eine besser befahrbare Wasserstrecke zu machen. Doch nun ist der neue bayerische Umweltminister Markus Söder vorgeprescht: "Im Einklang mit dem Fluss leben", lautet seine Devise. Beim Flussausbau in Niederbayern halte er es "für außerordentlich wichtig, die ökologischen Belange zu berücksichtigen". Dies deuten einige als Abkehr von der bisherigen Haltung der CSU. Söder will seine Partei für grüne Themen öffnen, doch seine Äußerungen schlagen hohe Wellen, vor allem aus den eigenen Reihen kommt heftiges Sperrfeuer. Der ehemalige CSU-Chef Erwin Huber hat sich erneut für den Bau eines Stauwehrs stark gemacht. In der jetzigen Wirtschaftssituation sollten Infrastrukturprojekte nicht ständig infrage gestellt werden, kritisierte Huber laut Mitteilung der CSU-Fraktion.
Umweltschutzverbände sehen in der niederbayerischen Donau eines der wichtigsten Auen-Ökosysteme Süddeutschlands und kämpfen daher seit Jahrzehnten gegen die einst geplante Kanalisierung der Donau. Nachdem es in den vergangenen Jahren bereits mehrere Studien zum Donauausbau gab, soll in den kommenden Jahren für 33 Millionen Euro erneut die optimale Variante des Ausbaus untersucht werden. Frühestens im Jahr 2012 wollen der Bund und Freistaat Bayern eine Entscheidung treffen".
Erfreulich in diesem Zusammenhang ist, dass sich der bayerische Umweltminister Söder für die "sanfte Lösung" und damit gegen die Meinung der CSU gestellt hat.
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